KI ist im Einsatz, der Rahmen fehlt
Einzelne Beschäftigte arbeiten bereits mit ChatGPT, Copilot oder vergleichbaren Werkzeugen — meist auf eigene Faust, ohne abgestimmte Spielregeln und ohne dass geklärt wäre, welche Daten dabei wohin gelangen.
Wir begleiten kleine und mittlere Unternehmen beim Einstieg in die KI-Nutzung: Standortbestimmung, begründete Priorisierung der Anwendungsfälle, Erprobung des ersten Falls gemeinsam mit den Beschäftigten. Für genau dieses Vorgehen besteht ein Förderrahmen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales — das INQA-Coaching. Diese Seite erklärt beides und wie es zusammengehört.
Die Studienlage ist eindeutig und widersprüchlich zugleich: Die Technik funktioniert auf der Ebene des einzelnen Anwenders, im Unternehmensergebnis kommt davon wenig an.
der Organisationen weltweit setzen KI in mindestens einer Geschäftsfunktion ein
McKinsey, 2025der Führungskräfte bezeichnen die eigenen Rollouts als ausgereift
McKinsey, 2025der KI-Projekte scheitern — doppelt so viele wie IT-Projekte ohne KI
RAND Corporation, 2024der Vorhaben mit generativer KI bleiben ohne messbaren Ergebnisbeitrag
MIT Project NANDA, 2025Bemerkenswert ist weniger die Höhe dieser Quoten als ihre Gleichförmigkeit: über Branchen, Abteilungen und Werkzeug-Generationen hinweg dasselbe Bild. Tritt ein Befund derart unabhängig von der eingesetzten Technik auf, liegt die Ursache nicht in der Technik, sondern in der Organisation. Deshalb sieht das INQA-Coaching auch keine Softwareeinführung vor: Ein weiteres Werkzeug behebt keine Ursache, die in der Organisation liegt.
Einzelne Beschäftigte arbeiten bereits mit ChatGPT, Copilot oder vergleichbaren Werkzeugen — meist auf eigene Faust, ohne abgestimmte Spielregeln und ohne dass geklärt wäre, welche Daten dabei wohin gelangen.
Beschäftigte fragen nach Werkzeugen, Wettbewerber kommunizieren ihre Schritte, einzelne Kunden erwarten erste Antworten. Welche Anwendungsfälle tatsächlich etwas beitragen und in welcher Reihenfolge vorzugehen ist, lässt sich aus dem Betrieb heraus schwer beurteilen.
Eine belastbare Standortbestimmung, eine begründete Priorisierung und eine Einführung, bei der die Belegschaft mitgeht, entstehen selten neben dem Tagesgeschäft.
„Am Anfang steht fast immer derselbe Satz: „Die Mitarbeiter nutzen es nicht." Das ist keine Ursache, sondern eine Beobachtung. Dahinter können vier verschiedene Ursachen stecken — und jede verlangt einen anderen Ansatzpunkt. Genau diese Unterscheidung ist die Arbeit, die im Coaching stattfindet, bevor investiert wird.
Frage: Haltet Ihr die Ergebnisse für verlässlich — oder wird jedes Mal gegengeprüft?
Typische Antwort: Mal ist das Ergebnis gut, mal unbrauchbar. Vorher weiß es niemand.
Ansatzpunkt: Führung und Kommunikation. Eine Schulung ändert daran nichts.
Frage: Gibt es eine Standardsituation, in der das Werkzeug selbstverständlich dazugehört?
Typische Antwort: Genutzt wird es sporadisch, wenn gerade Zeit ist.
Ansatzpunkt: Anwendungskompetenz an konkreten Fällen aufbauen.
Frage: Wird bei Ihnen über Erfolge und Fehlschläge mit KI gesprochen?
Typische Antwort: Wer etwas zeigt, hört vor allem, was das Werkzeug falsch gemacht hat.
Ansatzpunkt: eine gelebte Regel statt eines Aushangs.
Frage: Ist die Nutzung ein fester Schritt im Ablauf oder eine Zusatzoption?
Typische Antwort: Eine Zusatzoption. Die Prozesse laufen wie vor zwei Jahren.
Ansatzpunkt: Der Ablauf bekommt den Schritt fest zugewiesen.
Eine Beobachtung, vier mögliche Ursachen, vier verschiedene Ansatzpunkte. Der übliche Reflex — „wir brauchen eine Schulung" — trifft genau einen davon. Im Coaching gehen wir diesen Weg an Ihren konkreten Fällen: aus der unscharfen Aussage einen benennbaren Fall machen, die Ursache verorten und daraus den Ansatzpunkt ableiten, samt der Stelle, an der die Wirkung heute verloren geht. Der Einstieg ist bewusst einfach: Die Frage „Wo funktioniert es bei Ihnen gerade nicht?" lässt sich aus der eigenen Erfahrung beantworten.
Geschäftsführung und Beschäftigte beurteilen dieselbe Standortbestimmung: wie strukturiert die Abläufe sind, wie die Systeme zusammenarbeiten, was bereits automatisiert läuft, wie belastbar die Daten sind, wie unabhängig der Betrieb funktioniert und wie das Team lernt.
Geklärt ist, was mit welchen Daten zulässig ist und was nicht — abgestimmt mit denen, die täglich damit arbeiten. Damit endet der unabgestimmte Einsatz einzelner Werkzeuge.
Kurzsteckbriefe statt Ideensammlung: sortiert nach Datenverfügbarkeit, Hebel und Machbarkeit — mit Begründung, warum etwas oben oder unten steht.
Der Schwerpunkt liegt auf einem Fall, der sich mit vorhandenen Werkzeugen in wenigen Wochen erproben lässt. Die Wirkung wird gemessen, nicht behauptet.
Der KI-Dialog-Workshop ist keine Werkzeugschulung, sondern ein Format zu Verständnis, Haltung und Verantwortung. Die Teilnehmenden erhalten ein EU-AI-Act-Awareness-Zertifikat; die Schulungspflicht aus dem EU AI Act ist damit abgedeckt.
Das Team hat den Zyklus aus Planen, Erproben und Auswerten dreimal durchlaufen. Für den nächsten Anwendungsfall braucht es uns dafür nicht mehr.
INQA steht für „Initiative Neue Qualität der Arbeit". Gefördert werden Veränderungen in Personalpolitik und Arbeitsorganisation, die mit der Digitalisierung zusammenhängen. Der Einstieg in die KI-Nutzung fällt genau darunter — vorausgesetzt, die Beschäftigten sind an der Gestaltung beteiligt.
Zwanzig Prozent bleiben beim Betrieb. Ihr geht in Vorleistung, zahlt den Coach direkt und reicht nach Abschluss den Antrag auf Kostenerstattung ein.
Die INQA-Beratungsstelle prüft die Förderfähigkeit, führt die Erstberatung durch, begleitet den Antrag und stellt am Ende die Urkunde aus. Für den Betrieb ist das kostenfrei — sie wird aus dem Programm bezahlt.
Kern des Programms ist ein Team aus Beschäftigten, das Lösungen selbst entwickelt und erprobt. Bei einer der drei Arbeitsphasen ist die Geschäftsführung nicht beteiligt; das ist im Programm so vorgesehen.
Jeder Betrieb kann das INQA-Coaching einmal in Anspruch nehmen. Kürzer als vier Monate wird es nicht als Prozess anerkannt, länger als sieben Monate nicht mehr erstattet.
Die verbindliche Prüfung nimmt die INQA-Beratungsstelle vor, nicht der Coach. Diese Übersicht erlaubt Ihnen vorab eine eigene Einschätzung.
Alle Gespräche mit der Beratungsstelle finden online statt. Die Dauer bis zum Scheck hängt in der Regel an der Terminfindung, nicht an der Prüfung.
Formlos per E-Mail oder Telefon. Es genügen Angaben dazu, wer Sie sind, dass Interesse am INQA-Coaching besteht und worum es im Kern geht. Wenn Sie mögen, stellen wir den Kontakt her und melden uns gemeinsam.
Online mit der Beratungsstelle. Geklärt wird, ob die Förderkriterien passen und ob Ihr Anliegen ins Programm gehört. Das ist noch nicht die Erstberatung.
Erstauskunft mit einer kurzen Beschreibung des Vorhabens, dazu ein Nachweis über das Bestehen des Betriebs, etwa ein Handelsregisterauszug. Die Beratungsstelle stellt damit die Förderfähigkeit fest.
Rund eine Stunde online: Programm, Gestaltungsfelder, alle Förderbedingungen im Detail, Ablauf im Betrieb und die Wahl des Rollenmodells. Ihr Vorhaben wird mindestens einem INQA-Gestaltungsfeld zugeordnet — eines genügt. Der Coach darf dabei sein.
Sie registrieren sich im Förderportal Z-EU-S der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See — eine GmbH braucht dort zwei Nutzer — und legen die Interessenbekundung an. Einziges Dokument in diesem Schritt: die De-minimis-Erklärung. Die Beratungsstelle prüft den Entwurf vorab.
Die Beratungsstelle stellt den INQA-Coaching-Scheck aus. Erst ab diesem Tag darf gearbeitet werden, auch die Vorbereitung des Kick-offs. Rückwirkend wird nichts gefördert, und das Coaching darf vor der Erstberatung nicht vertraglich vereinbart sein.
Während des Coachings dokumentiert der Coach, nicht Ihr. Am Ende stellt Ihr den Antrag auf Kostenerstattung über Z-EU-S; die Beratungsstelle hilft dabei und meldet sich rechtzeitig. Rund ein Jahr nach der Erstberatung folgt ein Abschlussgespräch mit der Beratungsstelle, dazu Urkunde und Badge für die eigene Außendarstellung.
Zwölf Beratungstage, aufgeteilt nach den Vorgaben des Programms. Jede Phase hat ein eigenes Ergebnis und eine eigene Dokumentation. Abkürzen lässt sich der Ablauf nicht — eine Phase wegzulassen ist nicht vorgesehen.
Gespräche mit Geschäftsführung und Beschäftigten. Wir bestimmen den Standort über sechs Dimensionen — Prozesse, Technologie, Automatisierung, Daten, Autonomie, Lernkultur — und machen sichtbar, an welchen Stellen der Aufwand mit KI heute verpufft und woher das jeweils kommt. Zum Abschluss der Kick-off-Workshop, in dem das Team und die Gestaltungsfelder festgelegt werden.
Drei Arbeitsphasen mit dem Team, jede mit Planungs- und Auswertungssitzung. Ein KI-Dialog-Workshop für die Belegschaft zu Verständnis, Haltung und Verantwortung. Eine moderierte Sitzung, in der Anwendungsfälle nach Datenlage, Hebel und Machbarkeit priorisiert werden. Und die Erprobung des priorisierten Falls im echten Arbeitsalltag. Bei einer der drei Arbeitsphasen ist die Geschäftsführung nicht beteiligt.
Auswertung der drei Arbeitsphasen: Was hat gewirkt, was nicht, was muss angepasst werden. Danach der Abschlussbericht für die Förderabrechnung und konkrete Empfehlungen, welche Anwendungsfälle von der Liste als Nächstes anstehen und wie Ihr sie angeht.
Zusätzlich sieht das Programm ein Einzelcoaching für einzelne Verantwortliche vor — höchstens zehn Prozent des Coachings, und diese Stunden zählen in die zwölf Beratungstage hinein, nicht obendrauf.
Die Rolle eines INQA-Coaches ist die des Moderators und Befähigers: Er bringt das Instrumentarium mit und leitet den Prozess an. Das Ergebnis soll nach dem Coaching ohne uns weiterlaufen — deshalb entsteht es gemeinsam mit den Beschäftigten.
Die Gespräche in der Initialphase, der Kick-off-Workshop und die Entscheidungssitzungen. Bei einer der drei Arbeitsphasen ist die Geschäftsführung nicht beteiligt — eine Vorgabe des Programms, die den Beschäftigten den Raum für eine offene Einschätzung gibt.
Empfohlen sind drei bis sechs Fachleute aus den betroffenen Bereichen, für die Arbeitstage freigestellt. Für kleine Betriebe sieht das Programm ein eigenes Rollenmodell vor, in dem die Geschäftsführung mitarbeitet und die Rollen doppelt besetzt werden.
Für den KI-Dialog-Workshop 2,5 bis 3 Stunden je Durchführung, bis 15 Teilnehmende. Bei größeren Betrieben mehrere Durchgänge.
Der Förderzeitraum endet sieben Monate nach Ausstellung des Schecks; eine Verlängerung ist grundsätzlich nicht möglich. Mehrfach verschobene Sitzungen werden damit schnell zum Engpass.
Sensible Kundendaten werden für das Coaching nicht gebraucht. Welche Kontextinformationen sinnvoll sind, stimmen wir vorher ab.
Stand der Angaben: Programmunterlagen zum INQA-Coaching, Fassung 2026. Verbindlich ist die jeweils geltende Förderrichtlinie; was für Ihren Betrieb gilt, klärt die INQA-Beratungsstelle in der Erstberatung.
rockAI ist ein gemeinsames Projekt der Sydys AG und der NexiQore. Martin Wiegel ist autorisierter INQA-Coach; im Programm dürfen ausschließlich autorisierte Coaches arbeiten.
Unser Schwerpunkt sind Unternehmen, die den Einstieg in die KI-Nutzung strukturiert angehen möchten — und solche, die bereits begonnen haben und feststellen, dass im Ergebnis nichts davon ankommt.
Schreiben Sie uns, was bei Ihnen ansteht. Wir sehen uns die Ausgangslage an, gehen die Förderkriterien mit Ihnen durch und stellen bei Eignung den Kontakt zur INQA-Beratungsstelle her. Kostenlos und unverbindlich; das Coaching selbst darf ohnehin erst nach der Erstberatung vereinbart werden.